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Holder A55 Hydraulik problem
Nicht zu schüchtern zum Reden
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Hallo liebe Holderfreunde!

Eigentlich besteht dieses Problem schon seit ich meinen A55 gekauft habe. Deshalb ist mein Hauptinteresse, ob es sich um einen reparablen Defekt handelt oder um ein Bauartproblem.


Problembeschreibung:

Schwache Lenkunterstützung; hebt schwere Lasten nur bei Vollgas. Hydrauliköl wird sehr schnell sehr heiß und die Probleme dann noch deutlicher.


Was ich schon probiert habe:

Es ist nicht die Hydraulikpumpe, die ist neu.
Hydrauliköl ist neu.
Hydraulik filter ist neu.
Wenn die Hydraulik eine schwere Last gehoben hat, bleibt sie auch oben und sinkt über Nacht nicht nennenswert ab.

Ich habe den produzierten Druck gemessen, dieser verhält sich sowohl am Frontlader als auch am Heckhubwerk gleich:

Bei Standgas ca. 80bar und fällt in kurzer Zeit auf 50bar, der Motor scheint sich dabei nie anzustrengen.

Bei Vollgas knapp 200bar, wenn man auf Überdruck bleibt sinkt der Druck relativ rasch auf etwa 150bar ab, der Motor muss sich merklich anstrengen.

Auffällig ist auch, dass nicht das Überdruckventil heiß wird, wenn man auf (Über)druck bleibt, sondern der Mengenteiler das Prioritätsventil. Die Temperatur steigt dort auch schon merklich, während man den Frontlader ohne Zusatzlast von unten nach ganz oben hebt. Mit heiß meine ich von handwarm auf man möchte die Hand nicht drauf lassen.


Ich versuche auch noch Fotos anzuhängen, weil ich glaube, dass der Frontlader und sein Steuerblock nachträglich hinzugefügt worden sind und das Problem vielleicht da seinen Anfang genommen haben könnte.

Ich bin für jeden Tipp dankbar, der die Arbeitsfähigkeit meines Holders verbessert.




Datei anhängen:



jpg  hydraulik.jpg (931.55 KB)
1499_606d703eefdbd.jpg 1000X2926 px

Geschrieben am: 07.04.2021 10:42
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Re: Holder A55 Hydraulik problem: Mengenteiler?
Nicht zu schüchtern zum Reden
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Hier noch ein Video der Druckmessung:



unter diesem Link zu finden:
https://youtu.be/jOr_NOOtVIw

Geschrieben am: 07.04.2021 10:48
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Re: Holder A55 Hydraulik problem: Mengenteiler?
Ist fast schon zuhause hier
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du hast zwei unterschiedliche Probleme:

Der Mengenteiler bzw. korrekt das Prioritätsventil versorgt mit Prio 1 immer die Lenkung immer mit dem erforderlichen konstanten Volumenstrom. Die Lenkung hat ein eigenes Druckbegrenzungsventil.
Fehlende Lenkunterstützung kann einfach daran liegen, daß das Druckbegrenzungsventil Lenkungskreislauf einfach zu früh öffnet (Verschleiss oder verdreckt), die interne Ansteuerung (Steuerventil) in der Lenkung nicht arbeitet und damit also kein Drücköl bzw. zuwenig Drucköl in den Lenkzylinderkolben kommt.

Wenn Du also keine Lenkunterstützung hast, ist das Problem hier.


Den ganzen anderen Gerätschaften/Kreisen steht nur die Restölmenge zur Verfügung, die das Prioventil dürchlässt.. Die Fördermenge der Ölpumpe ist Drehzahlabhängig. (Bei Motorleerlauf kommt da fast nichts und bei bei Maximaldrehzahl fast alles an Voluemnstrom an).

Mit steigendem Druck steigt auch die Leckage an den Steuerventilen. Das dabei entweichende Öl wird bei der Entspannung warm (Druck wird in Wärme umgesetzt. Ölmenge Kreislauf ist klein, also wird es schnell warm) . Je wärmer das Öl, desto dünner wird es und desto mehr Leckage und desto geringer der Druckaufbau; je kleiner die Ölmenge im Ölkreislauf, desto schneller erwärmt es sich. Der Druck kann aber nur weiter steigen, wenn mehr Öl gefördert wird, als gerade wieder entfleucht.

Und genau den Effekt zeigt auch Deine Ölmessung.
- Kaum Voumenstrom bei Leerlauf, also auch kaum Druck und keine Last am Motor.
- Maxdrehzahl: Hoher Volumenstrom, Hoher Druckaufbau. Hohe Motorlast. Das "Zischen" ist das druckbegrenzungsventil, wenn es abbläst.

Wenn Du also schon im Leerlauf richtig arbeiten willst, hilft nur die Erhöhung der Ölmenge, über eine größere Ölpumpe, der Lenkungvolumenstrom ist tabu. Die größere Pumpe konnte man dazubestellen oder nachrüsten (ggf. in Verbindung mit zweitendrucklosen Rückfluss zum Tank, damit der Rückflussdruck durch die erhöhte Menge/Volumenstrom nicht anstiegt), wenn man mehr als nur Lenkung und Ackerschiene damit gleichzeitig betreiben wollte, also z.B. für Frontladerbetrieb, Ölmotoen wie Laubschneider..., wenn man nicht immer mit maximal Motordrehzahl arbeiten wollten. ..

Die Fehlende Lenkunterstützung ist ein technisches Problem/Defekt.


Die schweren Lasten sind ein Layoutproblem mit der "kleinen" Ölpumpe. Die 200 bar entsprechen ca. dem Maxdruck.


Geschrieben am: 07.04.2021 22:00
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Re: Holder A55 Hydraulik problem: Mengenteiler?
Nicht zu schüchtern zum Reden
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Danke für die ausführliche Antwort, ich werde einmal nach dem Druckbegrenzungsventil für den Lenkkreis suchen.

Geschrieben am: 08.04.2021 07:46
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Re: Holder A55 Hydraulik problem
Nicht zu schüchtern zum Reden
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Ich hab in meinen Unterlagen keinen Plan für die Hydraulik gefunden. Kann mir jemand sagen wo der Druck für den Lenkkreis geregelt wird?

Geschrieben am: 08.04.2021 17:20
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Re: Holder A55 Hydraulik problem
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hallo ronny,

schaue einmal hier:
https://www.kaercher-municipal.com/de/ersatzteillisten

bei der hydraulik gibt es zwei ausführungen. eine "ältere" und eine "neuere". du musst eben schauen, welche du hast.


grüße
johannes

Geschrieben am: 08.04.2021 19:22
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Re: Holder A55 Hydraulik problem
Nicht zu schüchtern zum Reden
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Danke für den Link die Bilder hatte ich schon aber die Bezeichnung der Teile ist sehr hilfreich.

Ich habe jetzt einmal versuchsweise im Teil 926 (Stromregelventil)(Prioritätsventil?) die Federkraft mit ein paar Beilagscheiben verstärkt und die Lenkunterstützung hat sich deutlich verbessert. 2 Beilagen haben nichts bewirkt 5 ganz gut. Was haltet ihr davon, was das bedeuten könnte? Kann man das als "Reparatur" einer schwach gewordenen Feder sehen oder ab ich nur ein Problem verschoben?

Geschrieben am: 09.04.2021 09:11
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Re: Holder A55 Hydraulik problem
Ist fast schon zuhause hier
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Die Druckbegrenzungsventile sitzen in der Lenkung bzw. dem Orbitol selbst.

Du solltest erst einmal , bevor Du am Stromegelventil7Mengenteile/Prioventil rumbastelst, den Volumenstrom und den Durck messen, der sich zwischen dem Ventil und der Lenkung aufbaut, einmal eingeschlagen und einmal ohne Lenkradeinschalg. Dann weißt Du genau, was los ist. Stimmt der Volumenstrom? Wird überhaupt wieviel Druck aufgebaut?

Die Beilagscheiben dienen eingentlich nur zur Feinabstimmung. Die Anzahl selbst ist ohne Dickenangabe irrelevant.

Es ist durchaus möglich, daß Du das Problem verlagert hast. Was Du auf jeden Fall verschärfst ist das Problem beim Frontladebetrieb oder Heckhyhdraulk. (die hat jetzt weniger)
Die Mengenzuteilung in der Lenkung ist so geregelt, daß sich das bei Lenkung in Neutralstellung (Keine Kraft am Lenkrad.) sich die Lenkung in der Hydraulische Mitte befindet, die Kraft in beide möglichen Lenkrichtungen auf den Arbeiszylindern ist gleich.
Beim Lenkradeinschlag wird die Ölmenge der Pumpe ist immer mehr in Arbeits-Lenkrichtung umgelenkt, während der Rücklaufquerschnitt der anderen Seite immer mehr freigegeben wird. Die Anstuerung des Lenkventils erfolgt über Verdrehung des Drehstabes im Ventil bzw. der Blattfeder (hier geht erst enmal die Lenkkraft rüber, bis die das Speil in der Klauvebindung aufgebraucht ist bzw. die Lenkünterstützung eingestellt... . Kann die Hydraulik nicht die erforderliche Lenkunterstützung aufbringen, muss die Handdkraft am Lenkrad das Loch schließen.

Durch die Erhöhung der Ölmenge in Richtung Lenkung hast Du den Durchlaufdruck angehoben. Da bringt automatisch mehr Öldruck in der Lenkung, sobald das Lenkventil auch nur etwas das Öl in Lenkrichtung aufstaut. Den Effekt hast Du aber auch wenn das Lenkventil voll eingschlägt und das Überdruckventil anspricht. Die Kennlinie, bzw. der Überdruck im System, ist u.a. abhängig vom Volumenstrom, der abgeblasen wird/werden muss. Je mehr Volumen, desto höher der Druck, weil einfach der Querschnitt bzw. Öffnungsweg des Ventiles mit zunehmenden Öldruck steigt. Ist ja Drosselstelle: Mehr Menge= Mehr Querschnitt = d.h. heißt, die Feder wird mehr zusammendrückt, und damit steigt der Druck.

Du solltest eingentlich bei maximal Kraft am Lenkrad bzw. am Ende des Lenkeinschlage bei Lenkrad am Anschlag das Zischen/Ansprechen des Druckberenungsventiles hören, bzw. auch Änderung der Motorlast spüren/hören. Ist das gleiche wie bei der Heckhydraulik.

Der Mengenteiler/Menengreglierventil verteil nur den Ölstrom auf zwei Kreise. Der Öldruck in beiden Kreisen ist davon unabhängig und wird durch die jeweiligen Druckbegrenzungsventile im Zaun gehalten.

Weitere Fehlerquelle kann auch sein, dass der/die Arbeitskolbendichtung zum Arbeiszylinder verschlissen/undicht ist. Dann hast du einen Kurzschluss, und dann auch wiederum mehr Lenkungunterstützung wenn Du die Ömenge erhöhst. Weil einfach mehr Durck erforderlich ist, um mehr Öl durch den Spalt zwischen Arbeitskolben und Zylindergehäuse durchzuschieben, wenn Du die alte Lenkung und nicht das Servostat/Orbitol hast bzw. doppelt wirkende Lenkzylinder.

Geschrieben am: 09.04.2021 12:31
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Re: Holder A55 Hydraulik problem
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Nachtrag:

Druckberenzungsventil/Patrone am Orbitol:
S. 116, Bildtafel 21a, Pos: ZF 29.

Geschrieben am: 09.04.2021 12:41
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Re: Holder A55 Hydraulik problem
Nicht zu schüchtern zum Reden
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Also die Beilagen im Priovent hab ich wieder raus genommen. Vergleichend haben die eigentlich nichts gebracht. Eine Messung von Volumen und Druck in der Lenkung ist mir leider nicht möglich. Ich kann aber hören, dass sich der Motor kaum anstrengt wenn die Lenkung betätigt wird. ich werde dazu noch ein Video hochladen. Das Druckventil an der Lenkung habe ich glaube ich gefunden. Ich habe eine Lenkung wie auf Bildtafel No.21 zu sehen und das Ventil dürfte mit ZF126 beschrieben sein. Ich hab es zerlegt und es war tatsächlich ziemlich verdreckt und schwergängig. Flutscht jetzt wieder, aber ich glaube das hat einfach schon lange keinen ausreichenden Druck mehr gesehen um sich zu bewegen. Jedenfalls kann ich dort kein Geräusch wahrnehmen wenn ich auf Gas voll einschlage. Das einzige was ich pfeifen höre ist das Prioventil.

Unter den Dingen die ich schon versucht habe, habe ich vergessen zu erwähnen dass ich auch die Dichtungen in der Lenksäule ZF22 und so weiter getauscht habe. Das ist auch schon etwa zwei Jahre her und hat leider auch keinen nennenswerten Effekt gehabt.

Jetzt hab ich mir auch noch das Druckventil im Frontlader Steuerblock angesehen das ist fast auf Anschlag reingedreht, da geht nur noch eine halbe Umdrehung und die hab ich auch noch probiert aber keinen nennenswerten Unterschied feststellen können. Es ist jedenfalls auch sauber und schaut für mich nicht besonders abgenutzt aus wobei die Feder für mich im Vergleich zu den anderen gestaucht aussieht. Aber ich hab keinen Vergleich zum Original.

Datei anhängen:



jpg  FRONLADER.jpg (129.73 KB)
1499_6071b6bc738a9.jpg 890X297 px

Geschrieben am: 10.04.2021 16:31
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